Unser Freund und Stammkunde Christian Lohse hat bei Umschau ein Kochbuch mit Suppen und Eintöpfen aus aller Welt herausgebracht, „Lohses Mundwerk". Mitten in diese Sammlung hat er auf Seite 185 ein Rezept geschmuggelt, das gar keine Suppe ist, und schreibt gleich selbst dazu: „keine Suppe aber auch geil". Uns freut vor allem, dass er die Sardinen in Tapenade von La Belle-Iloise offenbar genauso gern isst wie wir. Streng genommen ist das kein Rezept, sondern ein Serviervorschlag für Fortgeschrittene. Wir haben ihn nachgebaut, und er funktioniert.
Bretagne trifft Provence · Vorspeise oder Apéro
Sardinen in Olivenpaste
Gekocht wird hier wenig: blanchieren, anbraten, anrichten. Der Aufwand steckt im Putzen und Schneiden, der Rest ist in einer Viertelstunde durch. Passt als Vorspeise, als Apéro für vier oder als leichtes Abendessen für zwei.
Zubereitung
Das Gemüse
1
Die Fenchelknolle putzen und in leicht gesalzenem Wasser bissfest blanchieren. Die grünen Spitzen in etwa 2 cm große Stücke schneiden, das Weiße zurücklegen.
2
Die Frühlingszwiebeln ebenfalls kurz blanchieren, längs halbieren und in etwas Olivenöl anbraten, bis die Enden dunkel werden.
3
Konfierte Tomaten so, wie sie sind, in die Pfanne geben und knusprig braten. Frische Tomaten halbieren, mit Salz und Pfeffer würzen und in Olivenöl braten, bis sie zerfallen.
4
Die Basilikumblätter grob zerschneiden und zu den Tomaten in die Pfanne geben.
Anrichten
5
Die Sardinen mitsamt der Tapenade auf einem oder mehreren Tellern anrichten.
6
Fenchel, Frühlingszwiebeln und Tomaten darüber verteilen, mit Balsamico beträufeln und mit Piment d'Espelette würzen.
Tipp
Das weiße Fenchelfleisch bleibt übrig und ist zu schade zum Wegwerfen. Fein geschnitten ergibt es mit Cocktailtomaten, Basilikum, Olivenöl, Zitrone, Fleur de Sel und Pfeffer einen Salat für den nächsten Tag. Brot braucht es zu diesem Gericht übrigens nicht, ein Glas Wein schon.
„Lohses Mundwerk" von Christian Lohse ist 2015 im Umschau Verlag erschienen.
Das Holzbrett auf den Fotos ist ein Unikat aus amerikanischem Walnussbaum, von Hand gefertigt von Arnd Seibert von Ovaso.