Irgendwo zwischen dem Anjou und den Toren der Bretagne steht ein Kupfertopf seit Stunden auf kleiner Flamme. Was darin langsam gart, ist keine Massenware, sondern das, was man in Frankreich einfach "de bonnes rillettes" nennt – gute Rillettes, so gut, dass man sie am liebsten löffelweise vom Glas isst. Dahinter steckt ein kleines Unternehmen mit großem Anspruch: Le Mottay Gourmand.

Von Paris in die Bretagne
Die Geschichte beginnt 2014, als Pierre-Yves und Emilie Paris hinter sich lassen und sich im kleinen Eancé niederlassen, genau an der Grenze zwischen Anjou und Bretagne. Statt eines Firmensitzes im Büroturm wählen sie einen Ort namens Le Mottay – Namensgeber für das, was daraus wird. Gemeinsam mit Köchen und einem Gastronomiekritiker tüfteln sie an den ersten Rezepten, bis daraus eine ganze Philosophie wird: Rillettes und Aperitif-Aufstriche so herstellen, wie man es bei der Großmutter kennt – nur mit dem Mut, auch mal Kaffir-Limette oder Timur-Beeren in den Topf zu geben.
Fünfzehn Stunden Geduld
Gute Rillettes brauchen vor allem eines: Zeit. Bei Le Mottay Gourmand garen Fleisch und Gewürze rund 15 Stunden lang in schweren Kupfer- und Gusstöpfen, bis sich alles von selbst löst. Erst danach wird von Hand zerfasert – kein Mixer, keine Maschine, die abkürzt, was eigentlich Geduld verlangt. Gewürzt wird bewusst zurückhaltend: Salz aus Guérande, eine Prise Pfeffer, fertig. Auf Zusatz- und Konservierungsstoffe verzichtet das Unternehmen komplett – "des fabrications 100% françaises, sans aucun additif ni conservateur", wie es auf der eigenen Website heißt. Das Ergebnis schmeckt man: nach Fleisch, nach Gewürz, nach nichts anderem.
Ein Sortiment für jeden Anlass
Unter den Marken Le Comptoir du Fougeray und Le Mottay ist daraus ein überraschend vielfältiges Sortiment gewachsen. Die Basis bilden Schweine-Rillettes aus Label-Rouge-Fleisch – mal mit Pfeffer, mal mit Cognac, mal mit Salbei oder Zitrone-Ingwer. Dazu kommen Geflügel-Rillettes, die mit Knoblauch-Thymian, rotem Kampot-Pfeffer oder sogar schwarzer Zitrone aus dem Iran würzen. Wer es scharf mag, greift zur Coc'hot-Linie: Geflügel-Rillettes, deren Schärfegrade von mild bis zu ordentlich 800.000 Scoville reichen. Für festliche Anlässe gibt es die Gamme Prestige mit Poularde und Trüffel, Stopfleber, Wild oder Ente mit Orange – und für alle, die es pflanzlich mögen, Gemüse-Aufstriche aus Süßkartoffel, Kürbis oder grünem Spargel sowie Hummus-Varianten.
Herkunft mit Charakter
Dass bei Le Mottay Gourmand nicht an Zutaten gespart wird, zeigt der Blick in die Vorratskammer: Guérande-Salz, Kampot-Pfeffer aus Kambodscha, Piment d'Espelette aus dem Baskenland, Timur-Beeren aus dem Himalaya. Die Hauptlinie der Schweinerillettes trägt das Label Rouge, ein Teil des Sortiments – darunter die Bio-Schweinerillettes und einige Gemüseaufstriche – ist zudem bio-zertifiziert. Dass diese Sorgfalt auch jenseits der eigenen Website auffällt, zeigen die Auszeichnungen: Bronze bei den Épicures-Preisen 2016, 2017, 2018 und 2020, zuletzt Silber bei einem Wettbewerb in Lyon 2026 für die Schweinerillettes mit Piment d'Espelette.
Ein Name, den man sich merken darf
Ob Le Mottay Gourmand irgendwann auch bei uns im Regal steht, ist noch offen – aber eine Nähe zu dem, wofür wir bei Maître Philippe & Filles stehen, ist unschwer zu erkennen: Handwerk statt Hektik, Herkunft statt Beliebigkeit.
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