Die meisten Chocolatiers kaufen ihre Schokolade fertig ein, als Kuvertüre, und machen daraus Pralinen und Tafeln. Cluizel gehört zu den wenigen in Frankreich, die beim Kakao anfangen. Die Bohnen kommen von Plantagen, mit denen die Manufaktur direkt zusammenarbeitet, und werden in Damville in der Normandie sortiert, geröstet, gebrochen und zu Kakaomasse gemahlen. Für diese Arbeit, die es schon immer gab, aber keinen Namen hatte, hat Cluizel 2006 den Begriff Cacaofèvier geprägt und schützen lassen.

Die Geschichte beginnt 1948 in der Rue de Verdun in Damville. Marc und Marcelle Cluizel, vorher Konditoren in Rambouillet, machen in ihrer Küche die ersten Pralinen. Ihr Sohn Michel baut den Betrieb aus und gibt ihn 2005 an seinen Sohn Marc weiter, der ihn mit seinem Bruder und seinen Schwestern Catherine und Sylvie führt. Seit 2023 ist auch die vierte Generation dabei. 1987 eröffnet die erste Boutique in der Rue Saint-Honoré in Paris, 2005 eine in New York.

Zwei Entscheidungen haben den Ruf des Hauses geprägt. 1989 bringt Cluizel die erste Tafel mit 99 % Kakao auf den Markt, zu einer Zeit, in der 70 % schon als sehr dunkel galten. Und 1999 erscheint der erste „1er Cru de Plantation“, eine Schokolade aus den Bohnen einer einzigen Plantage, der Hacienda Concepción in Venezuela. Die Idee dahinter ist dieselbe wie beim Wein: Boden, Klima und Lage prägen den Geschmack der Bohne, und wer die Plantagen nicht mischt, kann diese Unterschiede schmecken. Heute heißt die Reihe „Chocolat de Plantation“ und umfasst unter anderem Mangaro, Mokaya, Los Anconès, Vila Gracinda, El Jardín, Riachuelo und La Laguna; die Bio-Tafel Los Anconès war 2002 die erste Plantagenschokolade in Bio-Qualität und wurde im selben Jahr von der britischen Soil Association als beste Bio-Tafel ausgezeichnet.

Seit 2000 arbeitet die Manufaktur nach einer eigenen Qualitätszusage, „Ingrédients Nobles“. Sie verspricht, dass in die Schokolade nur reine Kakaobutter, Bourbon-Vanille in der Schote und Zucker kommen, kein Soja und keine zugesetzten Aromen. Auf der Zutatenliste unseres Adventskalenders steht deshalb Rapslecithin statt des sonst üblichen Sojalecithins.
Seit 2012 trägt Cluizel das staatliche Siegel „Entreprise du Patrimoine Vivant“, das die französische Regierung an Betriebe mit besonderem handwerklichem Können vergibt und alle fünf Jahre neu prüft. In Damville gibt es außerdem das Chocolatrium, ein Schokoladenmuseum mit Werkstatt, das 2002 eröffnet wurde.
Bei uns finden Sie von Cluizel zur Adventszeit den Kalender „Royaume du Solstice“ mit 24 verschiedenen Pralinen. Weitere Tafeln und Pralinen nehmen wir nach und nach ins Sortiment.